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Wildwechsel im Mai: Warum Autofahrende jetzt besonders aufmerksam sein sollten
Der Mai zählt zu den Monaten mit den meisten Wildunfällen auf deutschen Straßen. Gerade in den Dämmerungsphasen treffen zwei Bewegungsmuster aufeinander: Viele Menschen sind mit dem Auto auf dem Weg zur Arbeit oder zurück nach Hause, während Wildtiere besonders aktiv sind. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden 2024 rund 276.000 Wildunfälle mit kaskoversicherten Pkw registriert. Die Schäden beliefen sich auf mehr als 1,1 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Schadenhöhe stieg im Vergleich zum Vorjahr von etwa 3.850 Euro auf rund 4.100 Euro. Besonders hoch ist das Risiko laut GDV im Frühjahr und am Jahresende.
Wildtiere queren Straßen nicht nur dort, wo ein Warnschild steht. Besonders aufmerksam sollten Autofahrerinnen und Autofahrer an Übergängen zwischen Wald und Feld, an unübersichtlichen Kurven, in Senken und an Straßen mit Gebüsch direkt am Fahrbahnrand sein. Auch frisch gemähte Wiesen oder Felder können Tiere anlocken, weil sie dort leichter Nahrung finden. Wer regelmäßig dieselbe Strecke fährt, sollte sich merken, an welchen Stellen in den vergangenen Wochen Tiere am Straßenrand standen – Wildtiere nutzen häufig dieselben Stellen, um Straßen zu queren.
Vorausschauend fahren: Tempo senken
Schon eine leicht reduzierte Geschwindigkeit kann im Ernstfall entscheidend sein. Wer auf Landstraßen in unübersichtlichen Bereichen bewusst das Tempo reduziert, verkürzt den Bremsweg und hat mehr Zeit, kontrolliert zu reagieren. Vor allem in der Dämmerung, bei Nässe oder auf schlecht einsehbaren Straßen ist Vorsicht geboten. Reflektierende Augenpaare und Bewegungen im Gebüsch können frühe Warnzeichen sein. Eine saubere Windschutzscheibe und richtig eingestellte Scheinwerfer helfen zusätzlich, Wild früher zu erkennen.
Wenn Wild auftaucht: bremsen, abblenden, hupen
Steht ein Tier auf oder neben der Fahrbahn, gilt: kontrolliert bremsen, Fernlicht ausschalten und hupen. Fernlicht oder Lichthupe können Wildtiere blenden und dazu führen, dass sie stehen bleiben. Gut zu wissen ist auch, dass Rehe und Wildschweine häufig nicht allein unterwegs sind. Wenn ein Tier die Straße überquert hat, können weitere folgen.
Ist ein Zusammenstoß nicht mehr zu verhindern, sollte das Lenkrad festgehalten und möglichst geradeaus gebremst werden. Riskante Ausweichmanöver können schwerere Folgen haben – etwa wenn das Auto in den Gegenverkehr gerät oder gegen einen Baum prallt.
Nach dem Unfall: dokumentieren, aber nichts anfassen
Nach einem Wildunfall steht zuerst die Sicherheit im Vordergrund: Warnblinker einschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen und die Unfallstelle absichern. Danach sollte die Polizei informiert werden. Sie informiert in der Regel die zuständigen Jagdpächter*innen oder Förster*innen und kann eine Wildunfallbescheinigung ausstellen.
Verletzte oder tote Tiere sollten nicht angefasst und keinesfalls mitgenommen werden. Für die Meldung des Wildschadens bei der Versicherung sind Fotos hilfreich. Auch wenn das Auto nach einem Wildunfall noch fahrbereit wirkt, können versteckte Schäden entstanden sein. Deshalb sollte das Fahrzeug zeitnah überprüft werden.
Versicherungsschutz prüfen
Die Teilkaskoversicherung übernimmt die Reparaturkosten bei Schäden durch Kollisionen mit Wildtieren. Während einige Anbieter über ihre Teilkaskoversicherung nur Schäden durch sogenanntes „Haarwild“, also Rehe, Hirsche und Wildschweine, abdecken, versichern andere den Zusammenstoß mit Tieren aller Art – so auch die BarmeniaGothaer.
Kommt es bei einem Ausweichmanöver zu einem Unfall oder wird das Fahrzeug vor Schreck in den Straßengraben gelenkt, muss nachgewiesen werden, dass das Manöver einen größeren Schaden verhindert hat. Für einen umfassenden Schutz ist daher der Abschluss einer Vollkaskoversicherung zu empfehlen. So greift der Versicherungsschutz auch bei Wildunfällen, die nicht über die Teilkasko abgedeckt werden, oder wenn die Fahrerin oder der Fahrer einen Wildunfall nicht nachweisen kann.